Mechamedia, Band 3

Mechamedia, Band 3

“Mechademia” ist eine Bücherreihe, die sich eigentlich primär auf Manga und Anime konzentriert, aber auch andere Aspekte der japanischen Populärkultur aufgreift. In der Reihe werden akademische Texte veröffentlicht, die eine Brücke zwischen Akademikern und Fans bilden sollen. Herausgebracht werden die Bücher von der University of Minnesota Press. Im dritten Band “Limits of the Human” findet sich daher eine Arbeit von Frau Winge, die den Namen “Undressing and Dressing Loli: A Search for the Identity of the Japanese Lolita” trägt. Mit Literaturverzeichnis umfasst das Kapitel 16 Seiten.

Auf den 16 Seiten wird zuerst die Subkultur als solches umrissen, anschließend werden Classic Lolita, Sweet Lolita und Gothic Lolita umrissen und die Lolitaästhetik und -identität beschrieben. Zu Beginn wird Harajuku kurz umrissen und der Begriff “Lolita” definiert beziehungsweise von dem Nabokovschen Lolita differenziert sowie ein kurzer Umriss der Arbeit gegeben.

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Unter “Lolita Subculture” wird zunächst die Geschichte des Modestils etwas umrissen, angefangen in 1970, als der Stil sich langsam entwickelte. Es wird auch aufgeführt, dass Lolita auch in den Medien präsent ist, gerade auch im Anime und Mangabereich. Neben Manga und Anime wie Paradise Kiss, Portrait de Petit Cossette und Rozen Maiden, bei denen der Link zur Lolitamode noch verständlich ist, wird allerdings auch als Beispiel “He is my Master” (Kore ga watashi no goshujin-sama / (これが私の御主人様) aufgelistet und als Anime mit Aspekten der Lolitamode genannt, obwohl es sich bei dem Anime um einen Anime mit Maids handelt bei dem der Modestil gar nicht berücksichtigt wird.

Bei einer weiteren Beschreibung der Subkultur wird erwähnt, dass es in Japan Bereiche gäbe, in denen Lolitatreffen von Polizei und Security patroulliert werden würden, um vor Stalkern zu schützen. Eine Aussage wie diese konnte ich allerdings noch in keiner anderen Literatur finden und die Autorin hat diese Aussage auch ohne Erwähnung irgendeiner Quelle getätigt. Persönlich denke ich, dass dies als Falschaussage wahrgenommen werden konnte – aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, falls jemand Quellen nennen kann.

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Anschließend werden die drei Stile “Classic Lolita”, “Sweet Lolita” und “Gothic Lolita” beschrieben. Beim Durchlesen der Beschreibung von “Classic Lolita” fällt aber schnell auf, dass die Beschreibung eher einen Umriss der Lolita-Mode allgemein gibt als tatsächlich den Unterstil “Classic Lolita” zu beschreiben. Auffällig ist auch, dass alle drei Stile Beispielbilder von Bodyline bekommen haben und die Autorin am Ende von Gothic Lolita den “EGAL”-Stil benennt, der für “Elegant Gothic Aristocrat Lolita” stehen soll, was etwas doppelt gemoppelt ist und eigentlich den EGA-Stil – nämlich den Aristocrat-Stil – bezeichnen sollte.

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Sehr zur Verwunderung war der Anfang des nächsten Kapitels, in dem es um die ritualisierte Identität geht. Hier schreibt die Autorin nämlich entgegen ihrer Aussage zu Beginn des Textes, dass Lolita sich von dem Nabokovschen Lolita distanziert, dass Lolita – die Mode nun – eine Mischung aus den Einflüssen von Anime und Manga, den Porzellanpuppen aus der viktorianischen Zeit, Visual-Kei Bands, “kawaii” und dem Nabokovschen Charakter sei.

Anhand der Theorie von dem Ethnologen Victor Witter Turner erklärt die Autorin im Anschluss die Rituale auf dem Weg von einem Menschen in alltäglicher Kleidung zu einer Lolita sowie das Konzept “Kawaii”.

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Fazit: Leider hat der Artikel einige inhaltliche Stellen, über die man stolpert und die auch nicht mit Zitaten oder einer Quellenangabe belegt ist und auch die Nutzung von Bildern ausschließlich von Bodyline find ich etwas schade. Interessant zu Lesen ist allerdings der Weg, wie man im Endeffekt von einem Menschen in Casual-wear zu einem Menschen in Lolita-Kleidung wird.

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Quellen und nützliche Links:
Mechademia Homepage

128★210 - beim Pachiko-Spielen

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Oder auch: Das Buch und der Film, den man gesehen und gelesen haben muss, wenn man sich für Lolita-Mode interessiert. Und es ist auch einfach eine wundersüße Story.

Ohne zu viel zu verraten mal ein kleiner Abriss, um was es in der Geschichte geht: Momoko liebt die Lolita-Mode. Um sich die Kleider bei Baby the Stars Shine Bright aber finanzieren zu können (immerhin ist Momoko noch Schülerin!) verkauft sie alte Klamotten-Replicas, die ihr Vater früher selbst verkauft hat, aber aufgrund einiger Zwischenfälle (unter anderem mit den Firmen, die er hier kopiert hat) nicht mehr verkaufen darf. Dabei lernt sie Ichigo kennen. Ichigo ist ungefähr das totale Gegenteil von Momoko – nämlich ein ziemlich gewalttätiges Mädel, das zu dem noch in einer Weiber-Bōsōzoku (also eigentlich eine Weiber-Motorrad-Gang) ist. Obwohl Momoko – nachdem sie Ichigo einige der Replicas verkauft hatte – nichts mehr mit Ichigo zu tun haben wollte, kam sie immer wieder bei Momoko vorbei und es entwickelte sich eine… hmm.. “interessante” Art der Freundschaft.

128★426 - Bluse unterm 128★210

128★426 - Bluse unterm 128★210

Der Film:
Ganz klar, Momoko wird durch und durch von Baby the Stars Shine Bright ausgestattet. Und ganz klar, die Kleider, die Momoko trag gabs damals auch bei Baby the Stars Shine Bright zu kaufen. Für den Fan dieser Kleidung ist der ganze Film ohnehin eine Augenweide. Sei es Momokos Zimmer, das wirklich über- und übervoll mit den tollsten Kleidern ist oder die Abbildung der Babytssb Läden, die mindestens genauso vollgestopft sind. Aber auch Ichigo kommt richtig cool rüber. Lustig finde ich, dass sie im Film ganz kurze (keine Panik, immer nur ein paar Sekunden) animierte Sequenzen eingebaut haben, die das ganze einfach auflockern. Auch lockert Momoko gegenüber Ichigo doch verhältnismäßig schnell auf und man merkt hier schnell eine freundschaftliche Basis.

128★208 - Momoko trug es aber in Schwarz-Weiss!

128★208 - Momoko trug es aber in Schwarz-Weiss!

Das Buch:
Persönlich find ich das Buch noch besser als den Film! Man bekommt viel mehr von Momokos “Rococo Lifestyle” mit und meiner Meinung nach (wobei ich mich hier jetzt auf die Englische Version beziehe!) haben sie auch viele Wortwitze gut rübergebracht. Interessant ist grad beim Buch, dass man Momokos Gedanken hier mitlesen kann – etwas, was mir im Film ein wenig gefehlt hat. Dadurch kann man auch eher erfahren, warum sie Ichigo Anfangs nicht leiden konnte und wie es sich dann aber doch zu einer Freundschaft entwickeln konnte.
Abgesehen davon ist das Buch stellenweise sowohl skuril als auch superwitzig, sodass ichs mir öfters in der Bahn verkneifen musste, laut loszulachen. Sehr empfehlenswert!

Fazit:
Unbedingt sehen aber auch unbedingt lesen. Wem der Film schon gefallen hat, dem kann ich das Buch nur ans Herz legen; man erfährt darin gleich nochmal doppelt so viel über die beiden Charaktere (insbesondere über Momoko). Außerdem find ichs lustig, wie Momoko im Buch oft beschreibt, wie schwierig “ein Rococo-Leben” in Japan mit den ganzen Reisfeldern ist. Wirklich sehr, sehr empfehlenswert!

128227 - Momokos Design - im Film wars die weiße Version von dem Kleid. Das Kleid hatte übrigens den stolzen Preis von 51,450- Yen

128★227 - "Momokos Design" - im Film wars die weiße Version von dem Kleid. Das Kleid hatte übrigens den stolzen Preis von 51,450- Yen

Und vom modischen Aspekt…?
Interessant ists hier, dass Momoko zwar fast ausschließlich Baby the Stars Shine trägt, aber sie auch hin- und wieder Stücke von (zumindest mir momentan noch) unbekannten Designern hat. Bei einer Stelle befinden sich Momoko und Ichigo in einem Cafe – das Outfit von Momoko dort ist z.b. nicht von Baby the Stars Shine Bright. Auch find ichs süß, dass Momoko im Film extra noch ihre spezielle Affinität zu Schuhen von Vivienne Westwood beschreibt.

Elizabeth Onepiece

Elizabeth Onepiece

Warum übrigens so eine Fixierung auf Babyssb ist, wird spätestens dann klar, wenn man sieht, wer das Buch geschrieben hat – niemand anderes als TAKEMOTO Novala.
Leider sind die Kleider, die Momoko damals in dem Film getragen hat, heutzutage bei Babyssb ausverkauft. Aber mit etwas Glück bekommt man die Kleider auch noch Second-Hand. Häufig hat closet-child wieder ein paar Kleider im Angebot, hin- und wieder kann man diese aber auch auf yahoo-auctions finden. Allerdings muss man sich da teilweise dann leidergottes doch auf Sammlerpreise einstellen. Insbesondere aber die Herzchen-Handtasche, die Momoko bei sich hat, als sie mit Ichigo auf die Suche nach Emma geht (Schwarz-Weißes Outfit, Weißes Bonnet…) ist verhältnismäßig leicht zu ergattern.

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Quellen und nützliche Links:
Bilder der Kleider: Baby the Stars Shine Bright.

Englische Kamikaze Girls Fanseite
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